Freitag, 28. Oktober 2011

Satzwerk 43

kontingenz das unvorhergesehene zusammenkommen von menschen ereignisse von großer bedeutung bliebe da nicht dieses brennen zwischen den gedanken fernbeziehungen scheitern nicht mehr an plagiaten nur noch im original lebendig sein dürfen unversehrt man kann es manchmal nicht glauben was sich alles bewältigen lässt und wenn am ende der durststrecken ein neuer tag beginnt räkelnd ausdehnend die lichtschlangen aus ihren territarien schlüpfen unverbesserlich wenn du die zimmerlautstärke übertrumpfst und es nicht glauben kannst es ist geschafft es kann neu beginnen wenn jetzt noch die turmuhr die richtigen zeiten verspricht wird es gelingen du wählst dich in fernverbindungen zwischen den stillen stunden legst du brände die städte auf den intensivstationen waren noch nie dein lebensraum du sehnst dich schon lange wieder nach dem schmalen fluss der alle entwicklungen offen lässt die zukunft mag ungewiss sein und das ist auch besser so aber du stellst dich mag kommen was will du bist bei dir angekommen und du gestattest dir das was passiert in der weite das glühen der sterne das herzversagen der städte die verbundenheit im wind die nachtsegel das verwehte flüstern der versprechen die doch ankommen ohne worte längst ist das unvorhergesehene kein zufall mehr gewesen es hat gedauert hat sich die zeit genommen bis es geschah unverhofft ohne anstrengung großes glück

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Freitag, 21. Oktober 2011

Satzwerk 42

vielleicht ist die größte zumutung des lebens man selbst nichts ist verletzlicher sagte der mann mit dem langen bart der die vielen bücher schrieb als der eigene körper und seine unzulänglichkeiten und gleichzeitig seine besonderheiten und eigenarten pflegen manche wie flechten sich in das leben der anderen und ist nichts mehr von einem tag zum anderen wie es war wie ist das wenn man nichts hat auf das man stolz sein kann für das man einstehen will das einem zueigen ist das man liebt nicht den menschen aber die menschen darin wie ist das durch die tage zu gehen und zu frieren kein geflecht zu finden zu anderen neuen fremden fremdartigen spannenden gedanken ideen wortverbindungen wie ist das wenn die stille sich wie ein tumor in die räume legt unauffällig verletzlich nachhaltig und die eigenen worte am morgen wenn der regen eine verpackung um das mondlicht legt schal klingen wenn du in abseitsfallen läufst um die du weißt und doch keinen anderen weg mehr kennst es gibt keine fliegenden wechsel und selbst die warteschleifen haben das rezept zum anderssein verschlafen und so bleibt dir nichts anderes als dich dir zuzumuten ohne wenn und aber wissen es können wieder andere tage kommen wo das leben keine fallen stellt und dir zärtliche verführungen an den rand stellt dafür lohnt es zu gehen

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Freitag, 14. Oktober 2011

Satzwerk 41

dann wohnst du in der stille einer gewärmten schublade ohne punkt und komma es sind keine sätze da keine weißen blätter auf die man etwas hätte schreiben können draußen rüttelt der wind an den zäunen sommer hängt noch in den bildern morgens züngeln wintersegel an deinem fenster lampenfieber lichtungen lichtzungen spiegelbäume ein anderer wald das schweigen hat sich eingerichtet die schlüssel schließen andere türen auf endgültigkeit kann schön sein und schwierig werden es ist nicht die zeit die verrinnt die passanten der jahreszeiten taumeln flüchten verlangen verzehren sich ohne reue in fernen lagern in den hochburgen der feinen gesellschaften in denen man die krisen verschweigt als wäre es ein kurzzeitiger hautausschlag dann trägt der tag nicht mehr den schmerz verlangsamt sich bis zur stille hin überdenkt man die einstellungen haltungen ein einziger satz und die hoffnung das es eine bessere heimat als die vergangene gibt eine die sich neu stellt und den zurückgebliebenen ein verschlossenes fenster ins oktoberblau öffnet damit die sterne leuchten können und dieser eine der einen platz für dich bekommen hat jetzt ist die zeit platz zu machen auch wenn es niemand versteht auch wenn es niemand will wird man nicht gefragt ob es noch dinge gegeben hätte es gibt für manches nie den richtigen kalendereintrag es gibt keine fahrpläne in eine andere welt keine wegbeschreibungen sondern nichts anderes als glaube liebe und hoffnung kreuz herz und anker und allein das herz hat den wichtigsten platz immer für immer

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Freitag, 7. Oktober 2011

Satzwerk 40

am morgen räuspert sich das meer die syntax der summertime blues an der bahnhofstrasse das verblichene tor die erröteten bäume und das debüt der möglichkeiten im hinteren viertel ernten sie streuobstbäume die selbstdarstellung bedeutet ihnen mehr als die eigene verleugnung und das brot das sie geschnitten und nichts als verzweiflung vor der leere sich selbst zu begegnen verlagern sie aufgeräumte hauseingänge dahinter sortiertes schweigen im blauschimmer der übertragenen künstlichkeiten nachts spazieren katzen und igel durch die verbauungen umwege unaufgeräumtheiten am berg die kirche cantus avium man schneidet die fäden ab verklebt die enden mit feuer legt die wunden still der blick erstickt im lärm der stimmen im schweigen der parolen den visionären hat man ein denkmal geschenkt auch wenn man sie jahre zuvor auslachte es war wichtig zu bleiben hungrig zu bleiben nach dem zu suchen was das leben an möglichkeiten bereit hielt oder dem leben die eigenen möglichkeiten zur verfügung zu stellen aufhören etwas zu beklagen was lächerlich war wissen wie priviligiert diese welt an manchen stellen war und dann die geschichte mit dem hammer nicht mehr verinnerlichen und nicht mehr wegwerfen was nicht weggeworfen gehört und es wieder und wieder versuchen das leben und das was es besonders macht die liebe die unbedingte liebe die leise liebe die hinter der haut hinter der stirn hinter den augen hinter den worten die wahre liebe wortlos hautnah augenwarm

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Freitag, 30. September 2011

Satzwerk 39

blaustücke den störfeuern entkommen abgebrochene verbindungen auch wenn blut dicker als wasser ist die liebe noch dicker als blut und sucht man sich menschen die einen verstehen sie schrieben einst von schubladen in die sie nichts stecken wollten und sind selbst mehr denn je darin gefangen die tragflügel der nachtragenden halten so lange bis sie an sich selbst die angst ist ein schlechter begleiter wen kann man ermutigen wenn man so lange entmutigt wurde rette sich wer kann oder rette auch dich selbst wenn du eine ehrliche haut bist kommst du damit besser durchs leben noch suche ich die niststelle an den neuen wänden keine holzwege bitte keine holzwege mehr und auch keine selbstoffenbarenden appelle ohne sache und beziehung das gesicht mit den vier ohren ist morgen wieder gefragt heute bleibt die stille eine schlafstatt ohne strenge träume ohne hemmschuhe hingebungsvoll schreibst du laternenfinger ins blaugold der ungewohnten spätsommer schreibt ein unbekanntes kapitel mit den gleichen worten ändern sich dennoch die erkenntnisse und liebe bleibt dicker als blut und das ist die voraussetzung für ein herrliches leben mag es kommen wie es will das macht es sowieso aber du kannst dich verlassen das die bäume auch im nächsten jahr blühen und sich die blätter im wandel färben das ist so sicher wie die unsicherheit und das wagnis der liebe ist eine geöffnete zeitschublade und einzig das zählt

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Freitag, 23. September 2011

Satzwerk 38

frau blau ohne interesse an menschen die gerne die stärke des südens als aufdruck auf kaltem metall und sätze die stolpern sich verschlucken aufgeregt im schlund des feuers verbrennen die alten aufzeichnungen es ist glück sich von all dem zu lösen die chance zu haben mit der zeit spielst du alles an die wand des schweigens ein heer von tannen und mitten in der stille auf gedrucktem stoff sehnsucht nichts als hemmungslose sehnsucht nach zweisamkeit ein herz das sich in die wiege des anderen legt die worte auf einem fluss verweinter zeit es gibt einen kleinen unterschied zwischen der bedeutungslosigkeit und dem fehlenden bezug zu einer bedeutung mitten auf dem weg die verachtung für das zeichen der 68er zeit sie schlucken schwer an dem hingeworfenen rüden verweis aber morgen wirst du in die glasstadt fahren und es werden begegnungen entstehen die du unerwartet überraschend liebevoll und überströmend feiern wirst so und so es ändert sich was inmitten des erloschenen feuers das sich mitten in die hülle als seele wortreicher bewegung eingelegt hat kann man bücher verkaufen die gelesen gehören gesehen gefühlt kann man nicht das vergehende wort würde einem das herz brechen unerkannt inmitten der stille einer regalwand feines dekor aber unerkannt all die schätze in den worten zwischen den zeilen schmiegen sich unsagbare zärtlichkeiten und vibrieren wenn sich eine hand entscheidet die seiten zu öffnen

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Freitag, 16. September 2011

Satzwerk 37

ankommen und gefangen von flammenschlünden wolkenstufen goldregen unerhörte schlossgeister vermeintlich ein neubeginn längst ist die seele schon angekommen sie musste nicht nachreisen sie war längst überdrüssig und drängte schon lange weinst du den alten räumen keine träne mehr nach warum bleibt die vergangenheit nicht wenn man geht bleibt das fremde verlangen nach geld sonst nichts mehr zählt was gewesen ist vielleicht muss das so sein schmerzhaft verletzend damit nichts mehr bleibt von dem was gewesen die neuen räume sind weit im stundengeviert noch fremd der klang der glocke ein gefiederter luftton wenn sich die amsel am fenster verirrt und unverhofft ein regenbogen wie nie zuvor herzlich willkommen dort wo du unverhofft ankamst einmal nannten sie es jägerwohnung noch fremd das viele und hohe der hahn mit dem hörsturz die stimme die sich über den berg gewagt hat einen winzigen augenblick vor der fahrt bergab die unbeschriebenen stufen unsortiert glas worte steine musik unter der haut gleichmässig gewordener herzschlag jetzt werden neue tage kommen anders die wege wälder himmel und bögen aus grün die sich ins nichts schmiegen als wäre es schon immer gewesen voller liebe vollendet gereift september

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