was war schon die wirklichkeit wer kannte sie schon frau jones kam nicht aus afrika aber wie sollte das die alte dame verstehen auf verschiedenen ebenen hingen stimmungsbilder worte schrieben sich zwischen liegengebliebene gedanken waren wir kleine schiffe die sich ohne plan in einem fremden hafen gefunden hatten sich selbst vertäuten und ungefähr blieben du hattest dich an den tagen abgeweint mühsam kamen die untersuchungen voran vor allen versuchungen die städte waren treibhäuser ohne aufsicht und hinter den absichten steckte die herrin des schwarzbaus ein dilemma all das du schriebst neue drehbücher über die wirklichkeit welche wirklichkeit während ihr haar wie ein schal um den hals lag glänzend zwischen den strähnen unverständliche dialoge ein messer schnitt das schwirren der weite auseinander dahinter stille die sich streckte räkelte und sich nicht beweisen musste weil sie war einfach da es lag an dir an mir an den anderen etwas daraus zu gestalten etwas zu finden auf dem und in dem die stille mehr platz bekam in einer wolke einem schatten der über einen grat fiel einem blatt das sich ausruhte in einem berührten herzschlag einer feder an der wimpernallee hinter der seele am meisten unberührt blieb am ende die stille
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Freitag, 18. November 2011
Freitag, 11. November 2011
Satzwerk 45
ausgelöst durch das ankommen und weggehen begrüssungen und abschiede heimat und fernweh sie treiben in wohnmobilen über fernstrassen und kommen schon lange nicht mehr dort an wo das herz seinen besten platz hat im zusammensein mit den besten menschen die einen nähren sich leise ohne fragen nähern da sind ohne verrechnung an einem hellen tag der zu kurz ist der nicht bleiben darf an einem hellen tag der den winter lauern sieht und keinen augenblick vertäut das licht der leere mund klar die entkommenen worte auf einer leiter zwischen den schluchten ein fluss trennt die stadt ein fluss aus steinernem wasser die fische hängen tot an den bäumen unter den ufern versammelt sich der ungehorsam wittert morgenluft an einem hellen tag der zu kurz ist zum überleben der sich häutet bis zur unkenntlichkeit verbleibst du an den bildschirmen hast die zeit im griff und ihren puls im genick längst verloren sind die tage dunkel wenn du gehst und bleiben dunkel im ankommen still ohne ein wort von händen zu händen sehnst du dich nach hellen tagen die in ihrer kürze mehr sind als wochen ein geschwungener schatten wie ein dunkler riss im schaudernden grün aus dem nichts ein gewachsenes schloss hier wirst du eines hellen sommertages das fernweh besiegeln besiegen wirst dich aus dem eigenen leben auslösen und doch du selbst bleiben am stillen tor das sich tonlos öffnen lässt wirft ein sattes gerippe sonnenblätter ein teppich aus leuchten zum abschied dahinter nimmst du die hand und weißt es wird so sein wie es endlich zeit wird
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Freitag, 4. November 2011
Satzwerk 44
besser schien es sich nicht einzurichten im leben sondern achtsam zu bleiben unterwegs zu sein und immer einen platz zu hause zu haben oder hinter dem ufer im oktobergras am morgen taufontänen dieses gute gefühl die stille durchquert zu haben und reich gefüllt an neuen worten eindrücken poesie zwischen den fallenden blättern ein einziges leuchten honigfeuer brannten wie wilde flügel in den aufgehenden tag die nacht hatte ihre fläche verloren und die toten waren milde ihr gedenken blieb an eine zeit die das gute darstellte und die schwierigen zeiten vergaß der körper war ein verlies ohne fenster einmal grub sich die angst ein winziges loch und kam doch wieder zurück die dunklen sehnsüchte blieben verborgen ihr beschreiben blieb scham in den städten hatten sie aus den menschen laborratten gezüchtet nichts blieb zulänglich sie hatten sich eingerichtet gefangen eingewöhnt du kamst aus einem anderen land der fluß atmete zwischen den feuergärten die luft war wie ein wildes pferd das darauf wartete seine box verlassen zu können und während du liefst liefen deine augen über saugte sich deine welt in diesem leuchtenden zerfall und dem wissen das hinter den nackten zweigen der flaum aufgehender knospen atmete es war ein morgen voller unberührtheit voll leuchtender stille und du wusstest die welt war zu retten im kleinen und in manchen augenblicken auch im großen glück an deiner seite das war mehr als worte als farben als musik das war erfüllung das war das leben
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Freitag, 28. Oktober 2011
Satzwerk 43
kontingenz das unvorhergesehene zusammenkommen von menschen ereignisse von großer bedeutung bliebe da nicht dieses brennen zwischen den gedanken fernbeziehungen scheitern nicht mehr an plagiaten nur noch im original lebendig sein dürfen unversehrt man kann es manchmal nicht glauben was sich alles bewältigen lässt und wenn am ende der durststrecken ein neuer tag beginnt räkelnd ausdehnend die lichtschlangen aus ihren territarien schlüpfen unverbesserlich wenn du die zimmerlautstärke übertrumpfst und es nicht glauben kannst es ist geschafft es kann neu beginnen wenn jetzt noch die turmuhr die richtigen zeiten verspricht wird es gelingen du wählst dich in fernverbindungen zwischen den stillen stunden legst du brände die städte auf den intensivstationen waren noch nie dein lebensraum du sehnst dich schon lange wieder nach dem schmalen fluss der alle entwicklungen offen lässt die zukunft mag ungewiss sein und das ist auch besser so aber du stellst dich mag kommen was will du bist bei dir angekommen und du gestattest dir das was passiert in der weite das glühen der sterne das herzversagen der städte die verbundenheit im wind die nachtsegel das verwehte flüstern der versprechen die doch ankommen ohne worte längst ist das unvorhergesehene kein zufall mehr gewesen es hat gedauert hat sich die zeit genommen bis es geschah unverhofft ohne anstrengung großes glück
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Freitag, 21. Oktober 2011
Satzwerk 42
vielleicht ist die größte zumutung des lebens man selbst nichts ist verletzlicher sagte der mann mit dem langen bart der die vielen bücher schrieb als der eigene körper und seine unzulänglichkeiten und gleichzeitig seine besonderheiten und eigenarten pflegen manche wie flechten sich in das leben der anderen und ist nichts mehr von einem tag zum anderen wie es war wie ist das wenn man nichts hat auf das man stolz sein kann für das man einstehen will das einem zueigen ist das man liebt nicht den menschen aber die menschen darin wie ist das durch die tage zu gehen und zu frieren kein geflecht zu finden zu anderen neuen fremden fremdartigen spannenden gedanken ideen wortverbindungen wie ist das wenn die stille sich wie ein tumor in die räume legt unauffällig verletzlich nachhaltig und die eigenen worte am morgen wenn der regen eine verpackung um das mondlicht legt schal klingen wenn du in abseitsfallen läufst um die du weißt und doch keinen anderen weg mehr kennst es gibt keine fliegenden wechsel und selbst die warteschleifen haben das rezept zum anderssein verschlafen und so bleibt dir nichts anderes als dich dir zuzumuten ohne wenn und aber wissen es können wieder andere tage kommen wo das leben keine fallen stellt und dir zärtliche verführungen an den rand stellt dafür lohnt es zu gehen
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Freitag, 14. Oktober 2011
Satzwerk 41
dann wohnst du in der stille einer gewärmten schublade ohne punkt und komma es sind keine sätze da keine weißen blätter auf die man etwas hätte schreiben können draußen rüttelt der wind an den zäunen sommer hängt noch in den bildern morgens züngeln wintersegel an deinem fenster lampenfieber lichtungen lichtzungen spiegelbäume ein anderer wald das schweigen hat sich eingerichtet die schlüssel schließen andere türen auf endgültigkeit kann schön sein und schwierig werden es ist nicht die zeit die verrinnt die passanten der jahreszeiten taumeln flüchten verlangen verzehren sich ohne reue in fernen lagern in den hochburgen der feinen gesellschaften in denen man die krisen verschweigt als wäre es ein kurzzeitiger hautausschlag dann trägt der tag nicht mehr den schmerz verlangsamt sich bis zur stille hin überdenkt man die einstellungen haltungen ein einziger satz und die hoffnung das es eine bessere heimat als die vergangene gibt eine die sich neu stellt und den zurückgebliebenen ein verschlossenes fenster ins oktoberblau öffnet damit die sterne leuchten können und dieser eine der einen platz für dich bekommen hat jetzt ist die zeit platz zu machen auch wenn es niemand versteht auch wenn es niemand will wird man nicht gefragt ob es noch dinge gegeben hätte es gibt für manches nie den richtigen kalendereintrag es gibt keine fahrpläne in eine andere welt keine wegbeschreibungen sondern nichts anderes als glaube liebe und hoffnung kreuz herz und anker und allein das herz hat den wichtigsten platz immer für immer
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Freitag, 7. Oktober 2011
Satzwerk 40
am morgen räuspert sich das meer die syntax der summertime blues an der bahnhofstrasse das verblichene tor die erröteten bäume und das debüt der möglichkeiten im hinteren viertel ernten sie streuobstbäume die selbstdarstellung bedeutet ihnen mehr als die eigene verleugnung und das brot das sie geschnitten und nichts als verzweiflung vor der leere sich selbst zu begegnen verlagern sie aufgeräumte hauseingänge dahinter sortiertes schweigen im blauschimmer der übertragenen künstlichkeiten nachts spazieren katzen und igel durch die verbauungen umwege unaufgeräumtheiten am berg die kirche cantus avium man schneidet die fäden ab verklebt die enden mit feuer legt die wunden still der blick erstickt im lärm der stimmen im schweigen der parolen den visionären hat man ein denkmal geschenkt auch wenn man sie jahre zuvor auslachte es war wichtig zu bleiben hungrig zu bleiben nach dem zu suchen was das leben an möglichkeiten bereit hielt oder dem leben die eigenen möglichkeiten zur verfügung zu stellen aufhören etwas zu beklagen was lächerlich war wissen wie priviligiert diese welt an manchen stellen war und dann die geschichte mit dem hammer nicht mehr verinnerlichen und nicht mehr wegwerfen was nicht weggeworfen gehört und es wieder und wieder versuchen das leben und das was es besonders macht die liebe die unbedingte liebe die leise liebe die hinter der haut hinter der stirn hinter den augen hinter den worten die wahre liebe wortlos hautnah augenwarm
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